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Bildbetrachtung

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Die Verwendung von Betrachtungshilfen für nebeneinander angeordnete Halbbilder

Wer den Parallel- oder Kreuzblick nicht beherrscht, aber trotzdem nebeneinander angeordnete Stereobilder betrachten möchte, benötigt eine Betrachtungshilfe. Solche Geräte heißen Stereoskope. Für den Computer-Monitor eignen sich in der Regel nur Hilfen ohne optische Vergrößerung. Eine Lupe oder ein Linsenstereoskop würde die Pixel des Bildschirms sichtbar machen. Das Bild wirkt dadurch unscharf.

Das Spiegelstereoskop

Ein Spiegelstereoskop lenkt die Blickstrahlen mit zwei Spiegeln um. Das linke Auge blickt in den linken Spiegel und sieht das linke Halbbild, das rechte Auge in den rechten Spiegel und sieht das rechte Halbbild. Die Spiegel lassen sich verstellen und an den Abstand der Halbbilder anpassen. Das Gerät vergrößert nicht, deshalb lassen sich auch große Halbbilder am Monitor betrachten.

Damit die räumliche Wirkung stimmt, muss jedes Auge das für es bestimmte Halbbild sehen. Bei einem Kreuzblick-Paar ist die Zuordnung vertauscht. Achten Sie darauf, dass das linke Auge das linke und das rechte Auge das rechte Halbbild sieht; gegebenenfalls müssen die Halbbilder für das Spiegelstereoskop getauscht werden.

Schematische Frontansicht eines Spiegelstereoskops: Auf dem Bildschirm liegen das linke und das rechte Teilbild nebeneinander. Das linke Auge blickt über den linken Spiegel auf das linke Teilbild, das rechte Auge über den rechten Spiegel auf das rechte Teilbild.
Spiegelstereoskop: Das linke Auge sieht über den linken Spiegel das linke Teilbild, das rechte Auge über den rechten Spiegel das rechte Teilbild. Schematische Darstellung.

Ein Spiegelstereoskop braucht etwas Justage. Stellen Sie die Spiegel so ein, dass die beiden Teilbilder zur Deckung kommen, und halten Sie den Kopf während der Betrachtung ruhig.

Das Omniscope

Das Omniscope ist ein Vorhalter mit zwei großen, ablenkenden Gläsern. Sie wirken ähnlich wie eine Fresnel-Linse und lenken die Blickstrahlen nach außen. So können die Augen parallel bleiben, während der Betrachter die weiter außen liegenden Halbbilder ansieht. Das Omniscope ist für Parallelblick-Paare gedacht: Das linke Auge sieht das linke, das rechte Auge das rechte Halbbild. Es vergrößert nicht.

Die Verwendung ist gewöhnungsbedürftig. Wer mit dem Parallelblick Schwierigkeiten hat, wird auch mit dem Omniscope nicht sofort zurechtkommen. Das Gerät unterstützt die parallele Blickrichtung, ersetzt aber keine Übung.

Zwei Schaubilder zum Omniscope. Links der Aufbau mit zwei großen ablenkenden Gläsern in einem Vorhalter. Rechts der Strahlengang in der Draufsicht: Die Augen blicken parallel durch die Gläser, die die Blickstrahlen nach außen auf das linke und rechte Teilbild lenken.
Omniscope: Links der Aufbau mit zwei ablenkenden Gläsern, rechts der Strahlengang in der Draufsicht. Die Gläser lenken die Blickstrahlen nach außen; die Augen bleiben parallel.

Welche Betrachtungshilfe passt?

Für große, nebeneinander liegende Halbbilder am Monitor ist ein Spiegelstereoskop eine gute Wahl, wenn es sich an den Bildabstand anpassen lässt. Wer vor allem Parallelblick-Paare betrachtet und die Augen möglichst parallel halten möchte, kann ein Omniscope verwenden. Wer gut frei sehen kann, braucht keine Hilfe.

Bezugsquellen

Neue Spiegelstereoskope und Omniscope sind heute kaum noch zu bekommen. Ein Anbieter für Stereoskopie-Zubehör ist der Perspektrum 3D-Shop von Peter Kaiser. Dort sind unter anderem Prismenbetrachter und verschiedene Stereobetrachter erhältlich. Das Sortiment wechselt. Eine Anfrage lohnt sich, wenn ein bestimmtes Gerät gesucht wird.

Das KMQ-Verfahren als Alternative

Für übereinander angeordnete Halbbilder gibt es das KMQ-Verfahren. Die beiden Teilbilder liegen dabei übereinander, und ein Prismensichtgerät lenkt den Blick des rechten Auges nach oben und den des linken Auges nach unten. Der Artikel zum KMQ-Verfahren beschreibt Aufbau, Betrachtung und Projektion.


Letzte Änderung: 01.11.2026